Ein Hafen mitten in der Stadt? – Logistik am Berliner Westhafen

Jeder Berliner kennt die rötlichen Gebäude mit der Aufschrift „BEHALA Westhafen“. Doch was verbirgt sich dahinter? Am Tag der Logistik 2010 konnten sich Interessierte ein Bild vom Innenleben des Westhafens der Berliner Hafen- und Lagerhaus GmbH, kurz BEHALA, machen. Der Hafen ist ein bedeutender Umschlag- und Lagerplatz für die Binnenschifffahrt und gilt als der größte in Berlin. Dabei ist der Westhafen als trimodales Verkehrszentrum nicht nur für den Transport per Schiff, sondern auch über das Schienen- und Straßennetz optimal angebunden.

Am Beispiel des 1943 erbauten Getreidesilos erfuhren die Teilnehmer, wie Kaffee aus der ganzen Welt seinen Weg vom Schiffscontainer nimmt, über unterirdische Rohrsysteme zwischengelagert und zum Weitertransport in Berliner Röstereien auf LKW umgeladen wird. Pro Jahr schlägt die BEHALA in diesem Silo 40.000 Tonnen Kaffee um. Durch die optimale Stadtlage können so unzählige kleine LKW anstelle von „Riesenbrummis“ beladen werden. Diese beliefern dann die Röstereien, ohne lange Wege über deutsche Autobahnen. Auf der 17.000 m² großen Fläche des Containerterminals werden täglich unzählige Container mit Ladungen aus aller Welt umgeschlagen.

Insgesamt elf Gleise gehören zum Schienenbereich des Westhafens. Auf ihnen fahren u.a. täglich Containerganzzüge zwischen dem Westhafen und der Wirtschaftsregion Rhein-Ruhr sowie den deutschen Seehäfen.

Die Tour am Tag der Logistik 2010 endete für die über 100 Besucher nach mehr als 125 Stufen in 52 Metern Höhe: auf dem Turm des BEHALA-Verwaltungsgebäudes. Der ungewohnte Blick auf Berlin bildete einen optimalen Abschluss für alle Teilnehmer.

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