70 Gäste beim Tag der Logistik in Krautheimer Spedition Rüdinger

Rüdinger treibt Digitalisierung voran

Wer ärgert sich nicht, wenn er auf der Landstraße einem Lkw hinterher fahren muss oder die rechte Autobahnspur komplett mit Brummis belegt ist. "Wir müssen deshalb der Öffentlichkeit zeigen, was Speditionen leisten. Wir brauch ihr Verstädnis", begrüß Roland Rüdinger am vergangenen Donnerstag rund 70 Gäste zum bundesweiten Tag der Logistik. Kunden, Berufschulvertreter und Lehrer ebenso wie Schüler und interessierte Privatpersonen lässt er hinter die Kulissen seines 250-Mann starken Unternehmens blicken. Den Schwerpunkt legt der Krautheimer dabei auf die Themen Digitalisierung und Logistik 4.0.

"Der Stellenwert der Logistik nimmt in der Wirtschaft immer mehr zu", so der Geschäftsführer Rüdinger. Die Globalisierung und damit der Transport von Werkstoffen und Waren über immer größere Strecken erfordere in den Unternehmen einen immer höheren Planungsaufwand. Früher seien Spediteure gerne als "Wurstler" verschrien gewesen, die mit der Hand am Arm arbeiten. "Industrie 4.0 funktioniert aber nur mit Logistik 4.0. Wir müssen hier Treiber sein und nicht unseren Kunden und deren Anforderungen hinterher rennen", erklärt Rüdinger. Und zeigt, wie viel moderne Technik heute in der Logistik steckt. Dank satelliten- und softwaregestützter Flottenüberwachung weiß er jederzeit, wo seine über 140 Fahrzeuge gerade unterwegs sind. Auch die Kunden könnten sich so jederzeit über den Sendestatus informieren. Mit Videokameras in seiner Umschlaghalle und einem automatischen Wiege- und Messesystem, das in einem 3D-Scan seine Fracht vermisstm hat er seine Fracht fest im Griff. " So können wir unsere Transporte optimal planen und passgenau versenden", sagt der Chef des Familienunternehmens.

Wie eng die Verzahnung zwischen Industrie und Logistik ist, macht er an einer Halle deutlich, in der Waren seines Kunden Dometic Seitz lagern. "Wir übernehmen für ihn die Auslieferung deutschlandweit", so Rüdinger. Für Aha-Erlebnisse bei den Gästen sorgen beim Rundgang über das Firmengelände die firmeneigene Lkw-Waschanlage, die mit Regenwasser funktioniert oder die Reifenmessanlage, die das Profil und den Druck der Reifen ebenso automitisch misst wie den Achsenstand der Fahrzeuge. "Wir sind die erst Spedition, die eine solche Technik im Einsatz hat", unterstreicht Rüdinger. Für ihn sei dies eine Frage der Sicherheit- und der Verantwortung. "Ich habe immerhin täglich 1200 Reifen auf der Straße.

Als einziger Spediteur in der Region lässt er zudem Lang-Lkw direkt von seinem Hauptsitz in Krautheim aus fahren. In Baden-Württemberg würden sonst nur noch Daimler-Standorte mit Lang-Lkw angefahren. Grund, so Rüdinger, sei eine ideologisch verbrämte Verkehrspolitik. In der Öffentlichkeit seien die Lang-Lkw als "Monstertrucks" verschrien worden. "Dabei sind sie weder breiter noch schwerer als normale Lkw", so Rüginger. Mit Anhänger bringen sie es auf 25 Meter Länge. Lang-Lkw sind ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Bei 50 Prozent mehr Volumen verbrauchen sie nur 20 Prozent mehr Sprit", rechnet Rüdinger vor, der inzwischen zwei von ihnen im Regelbetrieb einsetzt. Und hofft, dass die Ergebnisse einer Lang-Lkw-Studie des Verkehrstministeriums mit Daimler, die für Juni angekündigt ist, Bewegung in die Sache bringt.

Wohin die Reise für Rüdinger in den nächsten Jahren gehen wird? "Derzeit stockt kaum ein deutscher Spediteur mehr seine Fahrzeugflotte auf", sagt er. Osteuropäische Speditionen würden mit Preisen arbeiten, bei denen deutsche Logistiker nicht mithalten könnten. Rüdinger: "Lkws kosten in Polen kaum weniger als hier. Nur der Lohn ist dort wesentlich geringer. "Deshalb setzt er weiter auf die Logistik 4.0, die hohe Anforderungen and die Spedition und ihre Mitarbeiter stellt. "Wir werden zudem die Lagerlogistik weiter ausbauen", erzählt er. Im vergangenen Jahr hat Rüdinger einen Lagerstandort im regionalen Industriepark Osterburken (RIO) hochgezogen, bis August werden dort insgesamt fünf Hallen stehen. Als weiteren Lagerstandort hat er Waldenburg im Fokus. Im kommenden Jahr will er direkt neben dem dortigen Gewerbepark Hohenlohe weitere Hallen in Betrieb nehmen.

Zur Veranstaltung: Digitalisierung, Luft-, Seefracht und Verzollung bei der Rüdinger Spedition

  • Wie kommt die Ware zum Kunden? Roland Rüdinger (2.v.l) im Gespräch

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  • Industrie 4.0 braucht Logistik 4.0 - Roland Rüdinger erläuter Warenfluss in seiner Umschlaghalle

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  • Im Hof werden die Lang-Lkws vorgeführt

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  • In der Umschlaghalle wird die Vermessung mit 3D-Scan vorgestellt

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  • Beim Tag der Logistik wirbt Roland Rüdinger für seine Branche

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